
St. Urbanus - Pfarrkirche zu Rhade (1839)
Seit mehr als 500 Jahren ist die St. Urbanus-Pfarrkirche Mittelpunkt des Rhader Gemeindelebens.
Hier eine kurze tabellarische Darstellung ihrer Geschichte:
- Ursprung in einer kleinen Kapelle aus dem 13. / 14. Jahrhundert, vermutlich um die erste urkundliche Erwähnung des Fleckens Rhade im Jahr 1217.
- Abpfarrung von der Mutterkirche Lembeck im Jahre 1489, zunächst waren Peter und Paul sowie der heilige Bonifatius die Pfarrpatrone, später Sankt Urbanus (nach Papst Urban dem II.).
- 1560 erster Erweiterungsbau mit Errichtung eines Turmes (siehe Grundstein)
- 1814 erneuter Umbau; der Hochaltar wurde bis an die Chorwand zurückgesetzt und 1818 Anbau an der Nordseite.
- 1839 wurde unter Pfarrer Bölting die Kirche eingerissen, nur der Turm blieb stehen. Im Jahre 1841 wurde die aus Emmelkämper und Rhader Bruchsteinen gebaute neue Kirche eingeweiht.
- 1848 wurde der Turm um 33 Fuß (= ca. 10 m) aufgestockt.
- 1951 unter Pfarrer Debbing erneute Kirchenerweiterung (Abbruch der Chorwand, Osterweiterung und Bau einer neuen Sakristei an der Nordseite) unter reger Mithilfe der Bevölkerung.
- 1998 Installation einer neuen Orgel über dem Westeingang.
Die Urbanus-Statue, hergestellt um 1725. Sie zeigt den Namenspatron unserer Kirche, Papst Urban V (1362 - 1370).
Dieser gilt auch als Patron der Winzer und trägt daher in vielen Darstellungen neben päpstlichem Ornat,
Buch, Schwert oder Hirtenstab auch Weintrauben in den Händen, wie auch das Kirchenfenster zeigt.
Die Gottesmutter mit Zepter, einst stand sie auf dem Marienaltar, trägt den gekrönten
Heiland, der eine vergoldete Weltkugel hält. Die Figur könnte nach dem Inventarium aus dem Jahre
1823 bereits zu dieser Zeit die Pfarrkirche geschmückt haben.
Im Juli 1841 wurde die im spätklassizistischen Stil, aus Emmelkämper-
und Rhader Bruchstein gebaute Kirche eingeweiht, siehe rechts gezeigte Inschrift: "Consecratum die XXIme
Julii MDCCCXLI"
Die Holz-Statue der Gebrüder Ewaldi(von Nico Imbusch): Als Gefährten des hl. Willibrord
von Irland mit nach Westfalen gezogen, erlitten sie vermutlich in der Nähe von Bocholt 695 den Märtyrertod.
In Rhade sind sie die Patrone des 1976 fertiggestellten Gemeindezentrums am Kalten Bach.
In die Westseite des Kirchturmes wurde in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Fenster mit
dem Symbol des Heiligen Geistes eingesetzt. Dieses Turmfenster heißt auch Doppelkopffenster,
weil es durch die Doppelkopfrunden (ein Kartenspiel), an denen Pfarrer Debbing in der Regel bei Köster,
Krebber oder Küper beteiligt war, finanziert wurde.
Das Ostermosaik zeigt den auferstandenen Christus. Es wurde im Zuge der Kirchenneugestaltung
von Anton Nachtigäller aus Sendenhorst geschaffen.
Das rechte Fenster der Südseite zeigt den betenden Pastor Debbing, vor der Kirche das alte Klodtsche Haus.
Die neue Orgel, 1998 eingeführt, eine Schleifladen-Orgel mit 23 Registern mit mechanischem Spiel und elektrischer Registertraktur.
Die 23 Register verteilen sich auf 2 Manuale und das Pedal.
Der Taufstein stammt vermutlich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er schließt das Nord-Seitenschiff
nach Osten ab. Sein Gehäuse ist aus Sandstein.
Ein historischer Moment für die Rhader Kirche und Bevölkerung: Die Kirchenglocken wurden 1917,
im dritten Kriegsjahr des 1. Weltkrieges von der Rüstungsindustrie "benötigt". Glocken wurden zu Kanonen umgeschmolzen.
Die Kreuzgruppe in den Außenanlagen steht auf dem Boden des ehemaligen Friedhofes, "Kerkhoff" genannt.
Die vielen gußeisernen Grabkreuze sind leider verschwunden.
Das Pastoratsgebäude, funktionell und modern.
Gegenüber dem Kirchturm: Das Carola-Martius-Haus (CMH), benannt nach der unvergessenen und beliebten Rhader Ärztin Carola Martius.
